Landtag Düsseldorf – Strukturalismus in Reinform

Landtag Düsseldorf
Landtag Düsseldorf, im Vordergrund die Skulptur Tzaphon von Dani Karavan (1990). Foto: M. Niehues.

Der zwischen 1982 und 1988 erbaute Landtag Düsseldorf gehört zu den drei Landesparlamenten der Bundesrepublik, die in der Nachkriegszeit in einem Neubau untergebracht wurden. Die Baukosten beliefen sich auf 280 Mil. Mark. Durch die vielen Kreisformen wird der Stil des Strukturalismus deutlich, die Kreise greifen ineinander wie die Zahnräder eines Uhrwerks. Ein weiteres Merkmal sind die vielen Glasflächen. Vor dem nach Südosten blickenden offenen Hauptportal ist die 1990 installierte Skulptur Tzaphon zu sehen, die vom israelischen Künstler Dani Karavan geschaffen wurde. Durch die in der Mitte verlaufenden zwei Eisenbahnschienen sollte ursprünglich Wasser laufen, der Gedanke wurde jedoch verworfen. Die Skulptur hat einen Durchmesser von 15 Metern und wiegt 20 Tonnen. Der Künstler ist für seine großräumigen architekturalen Skulpturen bekannt, die Installation am Landtag Düsseldorf gehört zu seinen Hauptwerken. Die in der Mitte verlaufenden zwei Eisenbahnschienen können als Symbol für die Massenvernichtung von Juden in der Nazidiktatur verstanden werden, deren Transport über Schienen realisiert wurde. Über die Schienen lässt sich auf das immer wieder verwendete Bild von Auschwitz Bezug nehmen, auf dem das Hauptportal hinter einem Gleisbett sichtbar wird.

Kritiker haben in der Vergangenheit bemängelt, wie leicht terroristischer Anschläge – zum Beispiel von der Kniebrücke aus – auf dieses Gebäude möglich sind. Die gesamte Architektur soll für Funktionalität und Nähe zum Bürger stehen. Der Landtag Düsseldorf ist offen für Besucher (-gruppen, die sich vorher angemeldet haben). Zur Anmeldung ist ein Personalausweis erforderlich, die mitgebrachten Habseligkeiten müssen in einer Sicherheitsschleuse durchleuchtet werden. Der Plenarsaal kann auch während der Sitzungen besucht werden, es ist erlaubt, von der Besuchertribüne über dem Plenarsaal ohne Blitz zu fotografieren. Das Ausrollen von Bannern (mit politischen Forderungen) ist verboten.

Landtag NRW, Platz des Landtags 1, 40221 Düsseldorf.
Landtag.nrw.de

Built between 1982 and 1988, the State Parliament of Düsseldorf is one of the three state parliaments of the Federal Republic of Germany that were housed in a new building in the post-war period. The construction costs have been 280 million mark. The many circular forms reveal the style of structuralism, the circles interlock like the gears of a clockwork. A further characteristic are the many glass surfaces. In front of the open main portal facing southeast is the sculpture Tzaphon, installed in 1990 and created by the Israeli artist Dani Karavan. Originally, water was supposed to run through the two railway tracks in the middle, but the idea was rejected. The sculpture has a diameter of 15 meters and weighs 20 tons. The artist is known for his large-scale architectural sculptures, the installation at the Landtag Düsseldorf is one of his major works. The two railway tracks in the middle can be seen as a symbol of the mass extermination of Jews in the Nazi dictatorship, whose transport was carried out by rail. The rails refer to the repeatedly used picture of Auschwitz, on which the main portal becomes visible behind a track bed.

Critics have expressed how easily terrorist attacks – for example from the Kniebrücke – are possible on this building. The entire architecture should stand for functionality and proximity to the citizen. The Landtag Düsseldorf is open to visitors (groups that have previously registered). Your identity card is required for registration, all belongings must be screened in a security lock. The Chamber can also be visited during meetings, it is permitted to take photographs from the gallery above the Chamber without flash. The unrolling of banners (with political demands) is prohibited.

Landtag NRW, Platz des Landtags 1, 40221 Düsseldorf.
Landtag.nrw.de

 

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