Vatikanstadt als Unesco Weltkulturerbe

Vatikanstadt als Unesco Weltkulturerbe

Einige der Unesco Weltkulturerbe Stätten inner- und außerhalb des Vatikanstaats sind hier aufgezählt: Die Peterskirche, der Petersplatz, die Sixtinische Kapelle, mehrere sehenswerte Gärten sowie außerhalb des Vatikanstaats gelegene Kirchen wie San Giovanni in Laterano, Santa Maria Maggiore und die Basilika Sankt Paul vor den Mauern in Rom.

 Vatikanstadt als Unesco Weltkulturerbe
Blick auf den Petersdom von der Via della Conciliazione. Foto: M. Niehues

Am rechten Ufer des Tiber innerhalb des Territoriums von Rom gelegen ist der Vatikanstaat der einzige Staat weltweit, deren Bürgern die Staatsangehörigkeit nicht durch das Geburtsrecht verliehen wird. Vollständig umgeben von der Stadt Rom ist der Vatikanstaat der einzige Staat der Welt, der in seiner Gesamtheit zum Unesco Weltkulturerbe erklärt wurde (1984). Der Vatikanstaat ist mit 0,44 km2 Fläche und rund 1000 Einwohnern auch der kleinste Staat der Welt. Ein Zwergenstaat voller Superlativen.

Vatikanstaat – die Stadt im ewigen Rom

Die rund 3000 Menschen, die täglich in die Vatikanstadt kommen, um ihrer Arbeit nachzugehen, leben in der Regel nicht in der Vatikanstadt und gehören dem Staat nicht an. Eine besondere Gruppe der im Vatikanstaat Beschäftigten ist die Schweizer Garde.

Die Verfassung des Vatikanstaats

Konstitutionell ist der Vatikanstaat eine absolute Wahlmonarchie (Staatsgrundgesetz vom 22. Februar 2001), ihr Oberhaupt ist der Papst. Die Lateranverträge vom 11. Februar 1929 zwischen Benito Mussolini und Papst Pius XI. [1] – auch bekannt als der Pakt des Teufels mit dem Vatikan – sicherte dem Vatikanstaat unter anderem seine völkerrechtliche Souveränität. Das den Lateranverträgen zugehörige Finanzabkommen sicherte dem Staat eine Entschädigung für den Verlust des Kirchenstaates (Patrimonium Petri) in Höhe von 1,75 Mrd. Lire zu.

Infrastruktur und akademische Institutionen

Innerhalb Roms liegend wird der Vatikanstaat an drei Seiten durch Befestigungsmauern aus dem 16. und 17. Jahrhundert eingegrenzt (Leoninische Mauern), die Vatikanstadt ist darüber hinaus mit einem eigenen Bahnhof an das italienische Schienennetz angebunden. Die Vatikanstadt verfügt über Bibliotheken und wissenschaftliche Institutionen von Weltrang sowie das bedeutende Vatikanische Archiv.

Außenpolitik des Vatikanstaats

Von der Vatikanstadt bzw. dem Vatikanstaat zu unterscheiden ist der Vatikan. Innerhalb des Vatikanstaats liegend stellt der Wohnsitz des Papstes auf dem Monte Vaticano eine Enklave dar. Ebenso von der Vatikanstadt zu unterscheiden ist der „Heilige Stuhl“ als völkerrechtliches Subjekt, mit dem der Papst als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche diplomatische Aufgaben wahrnimmt. Der Vatikanstaat tritt auch völkerrechtlich in Erscheinung, der Heilige Stuhl schließt völkerrechtliche Verträge und Konkordate[2] mit anderen souveränen Staaten. Der Vatikanstaat unterhält diplomatische Beziehungen zu 174 Ländern.

Tourismus und Sehenswürdigkeiten der Vatikanstadt

Ein Besuch der Vatikanstadt für Rom-Reisende ist beispiellos und bemerkenswert. Die Hohe militärische Präsenz anlässlich des globalen Terrorismus mindert diesen Eindruck nicht. Die Kuppel des Peterdoms kann über viele gewundene Treppen, die im oberen Teil an der Kuppel vorbeiführen, bestiegen werden. Für einen kleinen Beitrag (weniger als 10 €) hat man einen wunderschönen Blick über den Petersplatz, den Vatikanstaat und die ewige Stadt Rom, mit aufmerksamem Auge finden auch erstmalige Rombesucher das Colosseum. Ein Fernglass kann dabei sehr hilfreich sein. Wer die Sixtinische Kapelle besichtigen will, muss sich seit einiger Zeit mindestens 24 Stunden vorher über das Internet anmelden. Dadurch ist es gelungen, die langen Schlangen für Besucher der Kapelle zumindest (saisonabhängig) stark zu verkürzen.

Der Petersdom und Michelangelos Kuppel

Wer den Petersdom besuchen will, muss auch durch eine von vielen Sicherheitsschleusen, in denen gegebenenfalls vorhandenes Gepäck durchleuchtet wird. Durch die vielen Schleusen wird aber die Wartezeit erträglich kurz. Den Petersplatz kann man ohne das Passieren solcher Schleusen betreten. Im Petersdom selbst finden sich zahlreiche Objekte und Kunstwerke von (Kunst-) historischem Weltrang[3]. Michelangelo[4] leitete auch den Bau der Kuppel des Petersdoms nach seinen Plänen. Die Peterskirche wurde über dem vermuteten Apostelgrab errichtet und wird aus Gründen des Umfangs in einem anderen Essay gesondert behandelt werden.

Vaticannews.va/it

[1] in Desio bei Milano am 31. 5. 1857, Papst von 1922 -in Rom am 10. 2. 1939.
[2] Völkerrechtsähnliche Verträge zwischen der katholischen Kirche und einem anderem Staat, der unter anderem zum Beispiel zur Gewährleistung von Kirchenfreiheit und Religionsfreiheit führt.
[3] Zum Beispiel der Altarbaldachin (1624-1632), die Cathedra Petri (1657‒1666) von L. Bernini ( in Neapel am 7. 12. 1598, – in Rom 28. 11. 1680), zahlreiche Grabdenkmäler und nicht zuletzt die Pietà (1498-1500) von Michelangelo.
[4] Vermutlich in Caprese * am 6.3. 1475, in Rom am 18.2.1564.

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